Praxis Dr. LindnerInfo Zecken
Vermeidung von Zeckenbissen
-Im Wald die Wege benutzen, nicht durch dichtes Unterholz
gehen.
-Tragen von langen Hosen, langärmeliger Oberbekleidung, Strümpfen,
geschlossener Schuhe.
-Absuchen der Kleidung und des Körpers nach Ausflug, besonders:
Haaransatz, Ohren, Hals, Arm- und Kniebeugen sowie Hände
und Füße.
-"test" hat im April-Heft 2001 18 Präparate zur Zeckenabwehr getestet. Nur 4 waren gut: Zanzarin Bio-Hautschutz Lotion und Nexa Lotte natur Hautschutz-Milch (beide auf Kokosfettsäuren-Basis), Autan Active Lotion (Wirkstoff: Bayrepel) und Taoasis Floh Zecken Stop Spray (Stinkende Öle).
Was tun nach einem Zeckenbiß?
-festsitzende Zecke mit einer Pinzette so nah wie möglich
an der Haut greifen und nach hinten aus der Haut ziehen. Oder
mit einem Messerrücken abstreifen. Es ist nicht gefährlich,
wenn der Kopf der Zecke abreißt und in der Haut bleibt.
-möglichst keinen Druck auf Hinterleib ausüben, um zu
vermeiden, daß Krankheitserreger austreten und in die Wunde
gelangen.
-kein Öl, Alkohol o. ä. verwenden: es fördert die
Übertragung von Krankheitserregern.
-falls möglich nach Entfernung der Zecke Bißstelle
desinfizieren mit alkoholischer oder jodhaltiger Lösung.
-Einstichstelle beobachten. Wenn eine Rötung oder Schwellung
um die Bißstelle" auftreten sollte: Arzt konsultieren!
Mögliche Krankheiten:
Lyme- Borreliose
-Erreger überall in Europa (gemäßigte Klimazone).
Im Berliner Großraum eher selten, jedoch auch möglich!
-nicht jeder Biß führt zur Infektion.
-bei sachgerechter und früher Entfernung (binnen 8 Stunden)
ist das Infektionsrisiko gering.
Merkmale:
-bei Infektion kommt es bis zu zwei Wochen nach Biß"
zu einer sich ausbreitenden Hautrötung um die Einstichstelle,
keine Schmerzen, kein Jucken: Arzt aufsuchen!
-nach Monaten: z. B. Kopf- u. Gliederschmerzen, Fieber, Lymphknotenschwellung.
Therapie:
-Unter ärztlicher Kontrolle Gabe eines Antibiotikum
-es gibt zur Zeit in Europa keine wirksame Impfung gegen Borreliose
FSME (Frühsommer- Meningoenzephalitis)
-nur in bestimmten Regionen: in Deutschland fast nur in Bayern,
Schwarzwald, Stuttgarter- und Freiburger Gegend. Nicht in Berlin
oder weitem Umland.
-Vorsorge: ein verträglicher Kinder-Impfstoff existiert.
Bei Kindern gibt es nur sehr selten schwere Verlaufsformen der
FSME-Erkrankung.
Wenn Reisen in Risikogebiete in Deutschland
oder Europa geplant werden, sollte rechtzeitig die Impfung erfolgen,
da schon für das Erreichen des Impfschutzes im Schnellimmunisierungsverfahren
3 Wochen benötigt werden. Optimal wären drei Impfungen
mit den Zeitabständen 1-3 und 9-12 Monate. Ein Impfschutz
besteht erst 14 Tage nach der 2. Impfung!
Auffrischung des Impfschutzes durch in einer Injektion nach 3-5 Jahren.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten der Impfung nur für Reisen innerhalb Deutschlands.
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