Praxis Dr. LindnerSäuglingsernährung
Muttermilch/Stillen:
Muttermilch ist für Neugeborene und kleine Säuglinge
die beste Nahrung. Sie enthält alle Nährstoffe und Vitamine
in optimaler Zusammensetzung, durch ihren Gehalt an Antikörpern
schützt sie vor Durchfallerkrankungen. Fast jede Mutter kann
ihren Säugling stillen. In den ersten 4-5 Lebensmonaten ist
keine zusätzliche Beikost erforderlich.
Häufigkeit des Anlegens:
Grundsätzlich
sollte es keine starren Zeitpläne geben, das Kind wird irnmer
dann angelegt, wenn es hungrig ist. Nicht jedes Schreien bedeutet
Hunger! Zwischen den Stillperioden in der Regel 2-3 Stunden Pause
einlegen, Stilldauer höchstens 20 Minuten, da ca. 80% der
Trinkmenge in den ersten 10-I5 Minuten getrunken werden. Die Milchbildung
kann durch häufigeres Anlegen jeweils an beiden Seiten (ca.
6-8 x tägl.) gefördert werden. Nach dem Trinken das
Kind aufstoßen lassen. Gelegentliches Spucken ist nicht
krankhaft, solange die Gewichtsentwicklung normal ist.
Gewichtsentwicklung / Trinkmengen:
In den ersten drei Monaten liegt die normale Gewichtszunahme bei
wöchentlich ca. 200-250 g, in den nächsten drei Monaten
bei ca. 150 g, dann bei ca. 100 g/Woche. Die ungefähre Trinkmenge
liegt in den ersten drei Monaten bei ca. 1/6 des Körpergewichtes,
dann bei 1/7-1/8 des Körpergewichtes und im 2. Lebenshalbjahr
bei maximal 1000 ml (auch Breie bestehen vorwiegend aus Flüssigkeit!).
Nur bei Ernährungsstörungen oder begründetem Verdacht
auf mangelnde Muttermilch ist eine tägliche Gewichtskontrolle
sinnvoll, bei einer sogenannten Stillprobe sollte über einen
Zeitraum von zwei Tagen das Kind vor und nach dem Stillen gewogen
werden, daraus läßt sich dann die tägliche Trinkmenge
berechnen.
Zwiemilchernährung:
Reicht die Muttermilchmenge nicht aus, wird nach dem Stillen
Pre-Milch nach Bedarf des Kindes mit einer Flasche nachgefüttert.
Zuerst immer auf beiden Seiten jeweils 10 Minuten an die Brust
anlegen, um die Milchbildung anzuregen.
Muttermilchersatz:
Kann nicht gestillt werden, sollte mit einem handelsüblichen
Milchfertigpräparat gefüttert werden. Diese Fertignahrungen
sind der Muttermilch angeglichen, sie können dem Bedarf des
Kindes angepaßt werden wie Muttermilch. In den ersten vier
Monaten wird eine sogenannte Anfangsnahrung verwendet, danach
kann dann eine Folgemilch gegeben werden. Gestillte Säuglinge
erhalten bei Zwiemilchernährung grundsätzlich eine Pre-Milch.
Bei allen Nahrungen ist in den ersten vier Monaten eine Beikost
nicht erforderlich, da sie Zusätze von Vitaminen und Spurenelementen
enthalten. Zwischen den Präparaten verschiedener Firmen bestehen
kaum Unterschiede.
Beikost:
Erst mit Beginn des 5. Lebensmonats (bei voll gestillten Kindern
evtl. einen Monat später)sollte mit dem Füttern von
Brei begonnen werden. Man beginnt mit einigen Löffeln Gemüsemus,
die im Laufe von ca. einem Monat durch Zusatz von Kartoffeln und
evtl.püriertem Fleisch (Eisen!) zu einer vollen Breimahlzeit
gesteigert werden. Die Milch entfällt dann für diese
Mahlzeit. Als Nachspeise evtl. noch einige Teelöffel Obstmus
oder Saft geben, das wäre dann zum Beispiel das Mittagsmenü.
Im Laufe des darauffolgen Monats wird eine weitere Milchmahlzeit
durch einen Brei ersetzt, vorzugsweise abends wird ein Milchbrei
eingeführt. Im 7./8. Monat kann nachmittag eine Zwischenmahlzeit
als milchfreier Obstbrei, z.B. mit Zwieback oder Getreideflocken
eingeführt werden.
Gegen Ende des 1 Lebensjahres erfolgt der allmähliche Ubergang
auf Kleinkinderkost, es kann dann auch normale Kuhmilch gefüttert
werden.
Empfehlungen nach Kinderarztpraxis Dr. Kahn/ Dr. Schulze/
Dr. Schartl
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