Praxis Dr. Lindner
Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin in Berlin Lankwitz
Leonorenstraße 95 / 12247 Berlin Steglitz (Lankwitz Kirche) / Tel: 030 - 492 66 88

Säuglingsernährung

Muttermilch/Stillen:
Muttermilch ist für Neugeborene und kleine Säuglinge die beste Nahrung. Sie enthält alle Nährstoffe und Vitamine in optimaler Zusammensetzung, durch ihren Gehalt an Antikörpern schützt sie vor Durchfallerkrankungen. Fast jede Mutter kann ihren Säugling stillen. In den ersten 4-5 Lebensmonaten ist keine zusätzliche Beikost erforderlich.
Häufigkeit des Anlegens:
Grundsätzlich sollte es keine starren Zeitpläne geben, das Kind wird irnmer dann angelegt, wenn es hungrig ist. Nicht jedes Schreien bedeutet Hunger! Zwischen den Stillperioden in der Regel 2-3 Stunden Pause einlegen, Stilldauer höchstens 20 Minuten, da ca. 80% der Trinkmenge in den ersten 10-I5 Minuten getrunken werden. Die Milchbildung kann durch häufigeres Anlegen jeweils an beiden Seiten (ca. 6-8 x tägl.) gefördert werden. Nach dem Trinken das Kind aufstoßen lassen. Gelegentliches Spucken ist nicht krankhaft, solange die Gewichtsentwicklung normal ist.
Gewichtsentwicklung / Trinkmengen:
In den ersten drei Monaten liegt die normale Gewichtszunahme bei wöchentlich ca. 200-250 g, in den nächsten drei Monaten bei ca. 150 g, dann bei ca. 100 g/Woche. Die ungefähre Trinkmenge liegt in den ersten drei Monaten bei ca. 1/6 des Körpergewichtes, dann bei 1/7-1/8 des Körpergewichtes und im 2. Lebenshalbjahr bei maximal 1000 ml (auch Breie bestehen vorwiegend aus Flüssigkeit!). Nur bei Ernährungsstörungen oder begründetem Verdacht auf mangelnde Muttermilch ist eine tägliche Gewichtskontrolle sinnvoll, bei einer sogenannten Stillprobe sollte über einen Zeitraum von zwei Tagen das Kind vor und nach dem Stillen gewogen werden, daraus läßt sich dann die tägliche Trinkmenge berechnen.
Zwiemilchernährung:
Reicht die Muttermilchmenge nicht aus, wird nach dem Stillen Pre-Milch nach Bedarf des Kindes mit einer Flasche nachgefüttert. Zuerst immer auf beiden Seiten jeweils 10 Minuten an die Brust anlegen, um die Milchbildung anzuregen.
Muttermilchersatz:
Kann nicht gestillt werden, sollte mit einem handelsüblichen Milchfertigpräparat gefüttert werden. Diese Fertignahrungen sind der Muttermilch angeglichen, sie können dem Bedarf des Kindes angepaßt werden wie Muttermilch. In den ersten vier Monaten wird eine sogenannte Anfangsnahrung verwendet, danach kann dann eine Folgemilch gegeben werden. Gestillte Säuglinge erhalten bei Zwiemilchernährung grundsätzlich eine Pre-Milch. Bei allen Nahrungen ist in den ersten vier Monaten eine Beikost nicht erforderlich, da sie Zusätze von Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Zwischen den Präparaten verschiedener Firmen bestehen kaum Unterschiede.
Beikost:
Erst mit Beginn des 5. Lebensmonats (bei voll gestillten Kindern evtl. einen Monat später)sollte mit dem Füttern von Brei begonnen werden. Man beginnt mit einigen Löffeln Gemüsemus, die im Laufe von ca. einem Monat durch Zusatz von Kartoffeln und evtl.püriertem Fleisch (Eisen!) zu einer vollen Breimahlzeit gesteigert werden. Die Milch entfällt dann für diese Mahlzeit. Als Nachspeise evtl. noch einige Teelöffel Obstmus oder Saft geben, das wäre dann zum Beispiel das Mittagsmenü.
Im Laufe des darauffolgen Monats wird eine weitere Milchmahlzeit durch einen Brei ersetzt, vorzugsweise abends wird ein Milchbrei eingeführt. Im 7./8. Monat kann nachmittag eine Zwischenmahlzeit als milchfreier Obstbrei, z.B. mit Zwieback oder Getreideflocken eingeführt werden.
Gegen Ende des 1 Lebensjahres erfolgt der allmähliche Ubergang auf Kleinkinderkost, es kann dann auch normale Kuhmilch gefüttert werden.

Empfehlungen nach Kinderarztpraxis Dr. Kahn/ Dr. Schulze/ Dr. Schartl


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