Praxis Dr. LindnerWas Eltern in den ersten Lebenswochen bewegt:
Die Ernährung Ihres Kindes: Muttermilch ist die beste Nahrung für Ihr Kind.
Grundsätzlich sollten Sie das Kind anlegen und stillen, wenn
es Hunger hat, nicht zu festen, vorgeschriebenen Zeiten. Auch
die Nahrungmenge darf das Kind selbst bestimmen.Sie dürfen
darauf vertrauen, daß Ihre Muttermilch zur Ernährung
Ihres Kindes ausreicht. Es genügt, das Kind einmal in der
Woche zu wiegen. Ein gesundes Neugeborenes nimmt in den ersten
Wochen etwa 175 g pro Woche zu, aber auch weniger oder mehr muß
nicht beunruhigend sein.Wenn Sie stillen, die Milchmenge jedoch
ausnahmsweise nicht reicht, so füttern Sie zusätzlich
eine an die Muttermilch angenäherte Anfangsmilch ("Pre"-Nahrung).
Sollte bei Ihrem Kind harter Stuhl auftreten, so hilft ein Teelöffel
Milchzucker, den Sie dem Fläschchen zufügen.
Tee und
Wasser sind keine Säuglingsernährungen und sollten nur
bei extrem heißen Wetter gegeben werden.
Spazierengehen: Ein
gesundes Neugeborenes kann bereits nach der Entlassung spazierengefahren
werden. Beginnen Sie aber vorsichtig mit nicht zu langen Untemehmungen.
Dabei sollte das Kind, vor allem in der kalten Jahreszeit, warm
angezogen werden, bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius bitte
zusätzlich das Gesicht einfetten. Faustregel: Ein Kleidungsstück
mehr als Sie selbst als angenehm empfinden. Hüten Sie Ihr
Kind zu Hause und unterwegs vor blauem Dunst und rauchen Sie möglichst
nicht.
Vitamin D: Ab
dem 7. Lebenstag braucht jedes Kind ein Jahr + einen Winter lang
1 x täglich Vitamin D zur Vermeidung einer Rachitis (mangelhafte
Mineralisierung der Knochen). Fluor zu Verhinderung von Karies
(=Zahnfäule) wird nicht immer als Kombinationstablette empfohlen.
Statt dessen soll ab dem ersten Zahndurchbruch direkt auf die
Zähne fluorhaltige Zahncreme aufgebracht werden.
Vitamin K: Neugeborene
benötigen Vitamin K zur Vermeidung von Blutungen. Daher geben
wir Ihrem Kind nach der Geburt und bei der Vorsorgeuntersuchung
U2 und U3 je 2 Tropfen Vitamin K
Neugeborenen-Gelbsucht: eine geringe Gelbsucht ist normal. Bei stärkerer
Ausprägung, Müdigkeit und Trinkunlust ist eine Blutentnahme
erforderlich.
Neugeborenen-Ausschlag,trockene bzw. sich schälende Haut: in den ersten Lebenstagen normal und klingen innerhalb einer Woche wieder ab. Rote Flecken ähnlich Feuermalen im Nackenbereich und oft auch an Stirn/Nasenwurzel/Augenlidern werden als Storchenbiß bezeichnet, sind harmlos und verschwinden in den ersten Lebensmonaten. Trockene bzw. sich schälende Haut, vor allem bei etwas übertragenen Neugeborenen, ist harmlos, eine Behandlung ist nicht erforderlich, evtl. kann eine normale Baby-Pflegecreme verwendet werden.
Brustdrüsenschwellungen, bei Mädchen auch Scheidenausfluß: normal, Auswirkung der Schwangerschaftshormone, ohne
Maßnahmen abklingend.
Verstopfte Nase, Schnupfen", schnarchende Atmung: fast immer vorhanden, harmlos. Physiologische Kochsalzlösung
(NaCl 0,9%) kann Besserung bringen.
Schluckauf, Seufzer, kurzfristig unregelmäßige Atmung: harmlos. Mütter leiden oft mit, die Säuglinge eigentlich nie.
Bauchkrämpfe" bzw. 3-Monats-Koliken: sie treten häufiger abends, zum Teil ständig und oft heftig auf. Ursache ist die Reizüberflutung unserer modernen Welt. Das kann sehr belastend für den Säugling und die Eltern sein, leider gibt es keine sicher wirksame Maßnahme. Blähungen sind nie die Ursache, selten die Folge der Kindsunruhe. Fencheltee, Kümmelölmassagen oder Wärmen des Bauches können versucht werden. Wichtig ist Geduld und die Aussicht, daß wirklich nach drei, vier Monaten alles vorbei ist.
Stuhlunregelmäßigkeiten: bei Muttermilch sind grünliche, krümelige, schleimige oder flüssige Stühle möglich, auch seltene, die nur 1 x wöchentlich kommen.
Nässender Nabel: Nabel nie pudern, nur vorsichtig mit einem Wattestäbchen und Alkohol säubern! Wenn der Nabel nach Abfallen des Nabelschnurrestes nicht innerhalb von einer Woche trocken ist oder riecht, bitte der Hebamme oder dem Kinderarzt zeigen.
Säuglingsakne, sogenannte Milien: Etwa Ende des 1. Lebensmonats auftretend, meist nach einigen Wochen abklingend, gelegentlich nahtloser Übergang in ein Säuglingsekem/Milchschorf. Bei nur geringfügig trockenen Hautstellen regelmäßig eincremen, bei stärkerer Ausprägung den Kinderarzt hinzuziehen. Die Borken auf dem Kopf (Kopfgneis) regelmäßig mit Babyöl aufweichen und beim Baden ablösen (harmlos).
Fingernägel die zu Kratzern im Gesicht führen: Gegebenfals kleine Handschuhe verwenden, oder auch Socken über die Hände ziehen. Natürlich dürfen Fingernägel auch bei Säuglingen geschnitten werden.
Zahndurchbruchsstörungen: Zahnen verursacht nie Krankheiten, Durchfälle oder Fieber. Es schmerzt auch nicht, entsprechend sind "Zahnungshilfen" auch überflüssig. Allerdings kommt es häufig im Rahmen von Infekten zum Zahndurchbruch. Darum sollte immer nach der eigentlichen Ursache für die Beschwerden gesucht werden.
Nabelbruch: Relativ häufig. Meist spontane Rückbildung im Laufe des 1. oder 2. Lebensjahres. Maßnahmen sind zunächst nicht erforderlich. Ein Leistenbruch ist seltener, dann bitte sofort den Kinderarzt konsultieren!
Augentränen: Ursache
sind häufig enge Tränenkanäle. Die Behandlung ist
nur erforderlich, wenn eine starke Bindehautentzündung mit
Eiterbildung resultiert. Meist Besserung bis zum Alter von sechs
Monaten.
|
|