Praxis Dr. Lindner
Warnung
vor "Wick VapoRub"(anklicken)
30.12.04, 22:42 Uhr
Procter & Gamble ruft Wick Baby Balsam zurück
Vorsichtsmaßnahme nach Berichten über Krämpfe
Hamburg - Der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble
hat das Erkältungsmittel Wick Baby Balsam europaweit vom
Markt genommen. "Die Rücknahme ist durch die französische
Gesundheitsbehörde ausgelöst worden", sagte Unternehmenssprecherin
Petra Popall dem "Hamburger Abendblatt" (Freitagausgabe).
Der Behörde seien zwei Fälle gemeldet worden, in denen
Babys, die mit Wick behandelt worden waren, Krämpfe bekamen.
Da sie zugleich verschreibungspflichtige Medikamente eingenommen
hätten, habe ein direkter Zusammenhang mit Wick und den Beschwerden
aber nicht festgestellt werden können. (AFP)
"Stiftung
Warentest" Dezember 2004, Seite 92:
Einreibemittel: Keine ätherischen Öle
wie Kampher- oder mentholhaltige Mittel bei Säuglingen und
Kleinkindern!
Kinderärztliche
Praxis Nr 5 / 2004:
Insgesamt kann die Anwendung von Eukalyptus äußerlich
in der Atemluft als wenig effektiv, nicht risikolos und somit
als kaum zu empfehlen bezeichnet werden.
Stiftung Warentest" Dezember 2003, Seite
87
Vorsicht: Stark riechende
ätherische Öle, vor allem Campher und Menthol nicht
bei Säuglingen und Kleinkindern verwenden: Krämpfe,
Atemnot und Atemstillstand drohen.
"Der Tagesspiegel" vom
9.6.2002 :
Atemnot nach
zwei Tropfen Öl
Da die Arzneimittelhersteller vor allem die teuren Unbedenklichkeitsstudien scheuen, gelten nicht wenige Naturheilmittel laut Packungsbeilage als ungeeignet für Schwangere und Kinder unter zwölf Jahren.
Zumindest bei ätherischen Ölen aber ist das Risiko
gut dokumentiert. Bereits ein bis zwei Tropfen Pfefferminzöl
an Nase oder Mund führen bei Kleinkindern und Säuglingen
zu Schleimhautreizungen und Atemnot. Indem der Kehlkopf reflexartig
die Luftröhre verschließt, droht das Kind zu ersticken.
Während sich 1990 offenbar kein einziges Kind mit Eukalyptus,
Minze und Co. vergiftetet, stieg die Zahl der in Deutschland gemeldeten
Fälle in den letzten fünf Jahren auf 1000. Inzwischen
stehen, nach Aussage von Matthias Brockstedt vom Giftzentrum Berlin,
ätherische Öle auf Rang drei der zu Vergiftungen bei
Kindern und Säuglingen führenden Haushaltsprodukte.
Und Öle mit nennenswerten Gehalten von Thujon, Campher oder
anderen Ketonen, die in der Aromatherapie Verwendung finden, können
auch die Gesundheit Erwachsener gefährden. Bei unsachgemäßem
Gebrauch können sie sogar epileptische Anfälle auslösen,
die Leber schädigen oder zu Fehlgeburten führen.
Rundschreiben Apothekerkammer Berlin 1/2001 /Seite
20 :
Mayoran-Butter
Frage: Gerade in der letzten Zeit fragten zahlreiche
Kunden nach Majoransalbe für Säuglinge und Kleinkinder.
Uns ist bekannt, daß diese Zubereitungen nicht mehr zur
Anwendung kommen sollten. Wir bitten Sie, uns diesen Sachverhalt
zu erläutern.
Antwort: Majorankraut und -öl wurden von der Kommission
E (Phyto-Therapie) negativ bewertet.
Beide Drogen werden bei Schnupfen und Erkältungskrankheiten
und bei Verdauungsbeschwerden angewendet. Die Wirksamkeit bei
den beanspruchten Anwendungsgebieten ist allerdings nicht belegt.
Majorankraut (Herba majoranae) enthält u.a. Phenole und Phenolglykoside
als Arbutin und Hydrochinon in niedriger Konzentration. Die Cancerogenität
von Arbutin und Hydrochinon im Tierversuch ist bewiesen. Die topische
Applikation führt zur Depigmentierung der Haut und ist daher
nicht für einen längeren Gebrauch geeignet. Berichte
über entsprechende Nebenwirkungen von majoranhaltigen Salben
liegen in beiden Fällen nicht vor.
Angesichts der nicht ausreichend geklärten Risiken sollte
die Anwendung von Majoranbutter bei Säuglingen und Kleinkindern
nicht erfolgen.
arznei-telegramm
2001; Jg. 32, Nr. 10, Seite 103 vom 12.10.01 :
Schwerer Stridor mit Atemnot nach Inhalation ätherischer
Öle:
Ein dreijähriges Kind mit Pseudokrupp erwacht frühmorgens
mit bellendem Husten. Die Eltern lassen über eine Inhalations-Glocke
eine wässrige Lösung mit Zusatz von vier Tropfen BABIX-Inhalat
N inhalieren, einer Kombination aus Fichtennadel- und Eukalyptusöl.
Unmittelbar anschließend tritt schwerer Stridor mit Atemnot
auf. Vom Kinderarzt erhält das Kind notfallmäßig
Prednisolon als Klysma und Adrenalin per Inhalation. Innerhalb
von 30 Minuten bildet sich der Stridor zurück (NETZWERK-Bericht
11.487). Ätherische Öle wie Fichtennadel-, Eukalypnis-
oder Kiefernnadelöl werden gern als Einreibung oder Inhalat
bei akuten grippalen Infekten eingesetzt (vgl. a-t 1996; Nr. 12:
122 - siehe unten). Ein günstiger Einfluss solcher Maßnahmen
auf Beschwerden oder Krankheitsverlauf ist nicht durch kontrollierte
Studien belegt. Von Kinderärzten wird sogar eindringlich
vor Gebrauch ätherischer Öle bei Pseudokrupp gewarnt.
Wegen hyperämisierender Effekte sind Schleimhautschwellungen
der oberen Luftwege mit lebensbedrohlichen Atemnotzuständen
als Folge zu befürchten. Bei vielen Ölzubereitungen
sind dagegen in der Gebrauchsinformation akute grippale Infekte,
teils auch ausdrücklich Pseudokrupp (z.B. bei BABIX-Inhalat
N), als Anwendungsgebiet angegeben. So wird zur Indikation, was
Kontraindikation sein sollte. Da hilft es nicht, wenn Kleinkinder
bei den Gegenanzeigen genannt werden. Tritt Pseudokrupp doch typischerweise
in diesem Alter auf.
arznei-telegramm a-t 1996; Nr. 12: 122 :
ÄTHERISCHE ÖLE OFT UNVERTRÄGLICH
Winter ist Erkältungszeit, entsprechend husten meine kleinen Patienten jetzt häufig. Eltern lieben den Duft ätherischer Öle, und so werden die Kinder jetzt wieder reichlich mit dem Eukalyptus- und Fichtennadelöl-haltigen BABIX-INHALAT beträufelt und ringen darunter häufig schwer obstruktiv nach Luft (NETZWERK-Bericht 8723).
Bedenklich ist, daß auch von Apotheken vielen meiner Eltern PINIMENTHOL S MILD Salbe (Eukalyptus- und Kiefernnadelöl) für ihre hustenden Kinder empfohlen wird mit dem Hinweis, dieses sei gut, da speziell für Kinder dosiert. Meine Erfahrung widerspricht diesem: Auf kein anderes Medikament sehe ich so regelmäßig leichte bis mittelschwere Hautreaktionen in Form von juckenden papulösen Erythemen. Obwohl der Zusammenhang deutlich ist (die Kinder haben den Ausschlag ausschließlich im Bereich der Einreibungen), nehmen die Eltern diesen nie wahr. Besonders Patienten mit Neurodermitis sind betroffen, immerhin 20% aller Kinder (NETZWERK-Bericht 8724). Aus meiner Sicht sollte man vor der unkritischen Anwendung von PINIMENTHOL S MILD Salbe warnen.
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