Praxis Dr. LindnerLesermeinung / "Der Tagesspiegel" 18.12.2004
Werden unsere Ärzte zu schlecht bezahlt?
Für die Behandlung eines gesetzlich versicherten Patienten erhalten wir heute nur noch zirka fünfzig Prozent (!) der Vergütung, die noch vor circa zehn Jahren gezahlt wurde. Die durchschnittliche Rechnungshhöhe bei privat versicherten Patienten hat sich dagegen in diesen Jahren bei uns praktisch nicht verändert. Sie hat sich aber auch nicht erhöht!
Nicht die scheinbar ungerechtfertigt hohe Vergütung durch die Privatversicherungen ist also das Problem, sondern die massive Absenkung der Vergütung des einzelnen Arzte im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung.
Es ist kaum glaublich, aber wir müssen feststellen, dass die große Zahl unseren privat versicherten Patienen uns überhaupt erst eine gute und den Quaitätsstandards entsprechende Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten ermöglicht.
Wenn diese so genannte Quersubventionierung - bundesweit über acht Miliarden Euro/Jahr - wegfiele, ist dieses heute ereichte Versorgungsniveau ganz sicher nicht weiter aufrecht zu erhalten. Die Lösung kann nur in einer besseren finanziellen Ausstattung der ambulanten Versorgung von gesetzlich Versicherten liegen.
Dr. med. Klaus Pilaski, Berlin-Buckow
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